Das Hochwasser vom August 2005
Vom 19. bis am 23. August 2005 erlebte die Schweiz eine der schlimmsten Hochwasserkatastrophen der jüngeren Geschichte. Auch die Gemeinde Glarus war betroffen. Der Spitzenabfluss, gemessen in Mollis,betrug damals rund 420 Kubikmeter pro Sekunde. Dieses Hochwasser wird rückblickend als 30- bis 50-jährliches Ereignis eingeordnet. Besonders betroffen war der Ortsteil Ennenda. In verschiedenen Gebieten kam es zu langanhaltenden Überschwemmungen (Mühlefuhr, Bleichi, Gipserhütte, Obere Allmeind, Untere Allmeind, Fänzgass, Ennetbühls, Alpenbrüggli). Der Ortsteil Glarus wurde mehrheitlich verschont (mit Ausnahme nördlicher Bereich der Ygrube). Auf Höhe des Bahnhof Glarus kam es jedoch zu einem Fastausbruch. Dieses Ereignis hat gezeigt, welche Überflutungsszenarien bei noch grösseren Ereignissen eintreten könnten, und dadurch die Gefahrensituation (Gefahrenkarte) klar bestätigt.
Ein weiteres historisches Linth-Hochwasser fand im Jahr 1910 statt. Anhand von Fotos und Übermittlungen war dieses Ereignis hinsichtlich der Abflussmenge und des Ausmasses mindestens so gross wie das im Jahr 2005. Im Glarner Hinterland haben verschiedene Seitenbäche verheerende Murgänge und Überschwemmungen verursacht. Linthhochwasser mit ähnlich hohen Abflüssen in Glarus fanden auch in den Jahren 1953 und 1954 statt.
Aus schriftlichen Übermittlungen konnten auch zahlreiche frühere Hochwasserereignisse rekonstruiert werden. Ausserordentlich grosse Hochwasserabflüsse gab es in den Jahren 1460, 1629, 1726, 1762 und 1774. Die Hochwasser in den Jahren 1460 und 1762 waren vermutlich die verheerendsten Ereignisse mit deutlich höheren Abflussspitzen als beim Hochwasser im Jahr 2005.