Beschlüsse des Gemeinderates per März 2025
Veräusserung der Gastronomieliegenschaften
Der Gemeinderat hat entschieden, den kommenden Gemeindeversammlungen 2025 Anträge zur Veräusserung der Gastronomieliegenschaften zu stellen. Er begründet es damit:
- Der Betrieb von Gastronomieliegenschaften ist keine Kernaufgabe der Gemeinde Glarus
- Die Rechnung wird jährlich mit rund einer halben Million Franken belastet
- Es sind Investitionskosten in den nächsten 25 Jahren von CHF 10-20 Mio. nötig
Es betrifft die folgenden Gastronomieliegenschaften:
1. Etappe:
Restaurant Schützenhaus, Glarus
Restaurant Bergli, Glarus
Restaurant Uschenriet, Ennenda
Äugstenhütte
2. Etappe:
Restaurant Gesellschaftshaus Ennenda
Restaurant Schwammhöhe, Glarus
Dem Gemeinderat ist es wichtig, die künftige weitere Nutzung als Gastronomiebetrieb/touristische Nutzung beim Bergli, der Schwammhöhe, dem Uschenriet und der Äugstenhütte sicherzustellen.
Bilder von links nach rechts: Restaurant Schützenhaus, Restaurant Uschenriet, Restaurant Bergli, Äugstenhütte, Restaurant Schwammhöhe, Restaurant Gesellschaftshaus Ennenda (Quelle: Gemeinde Glarus)

Beschlüsse des Gemeinderates bzgl. Sportanlagen und weitere Beschlüsse
GLKB Arena: Die Öffnungszeiten der GLKB Arena ab der Wintersaison 2025/2026 werden zusammen mit den Vereinen überprüft. Das Ziel ist es, die Öffnungszeiten insbesondere im Herbst zu reduzieren bzw. in die kältere Zeit zu verlagern, um Energiekosten und Unterhaltsaufwand einzusparen. Eine höhere Kostenbeteiligung durch die Vereine ist nötig.
Der Skilift Dreieck wird nicht mehr durch die Gemeinde betrieben. Er soll verkauft oder zurückgebaut werden. Einsparung rund CHF 20’000
Es besteht die Absicht, 500 Anteilscheine (CHF 250'000) an der Genossenschaft Aeugstenbahn, Ennenda, langfristig zu kündigen.
Die Freizeitgärten werden nicht weiter durch die Gemeinde betrieben. Sie sollen privatisiert oder geschlossen werden, die Gemeinde würde Unterstützung bei der Bildung einer Trägerschaft anbieten. Defizit jährlich rund CHF 40’000.
Die Badi Ygruben kann in der Sommersaison 2025 nur aufgrund eines finanziellen Beitrags der Stiftung Glarner Gemeinnützige betrieben werden. Der Gemeinderat bedankt sich für diesen finanziellen Beitrag ganz herzlich. Nach wie vor ist der Gemeinderat jedoch der Überzeugung, dass es sich die Gemeinde Glarus nicht leisten kann, zwei (immer defizitäre) Freibäder zu betreiben. Bei der Badi Ygruben stehen kurzfristig Investitionskosten in der Höhe von CHF 4,5 Mio. an. Über diese Investition wird die Gemeindeversammlung 2/2025 im Herbst beraten und der Gemeinderat wird den Antrag zur Sanierung voraussichtlich zur Ablehnung empfehlen.
Kürzungen im Budget 2025
Der Gemeinderat hat nun die folgenden Kürzungen diverser Einzelpositionen von
insgesamt rund CHF 1 Mio. im Budget 2025 beschlossen:
- Personalaufwand rund CHF 250’000 (Umstrukturierungen und Vakanzen)
- Verzicht auf externe Dienstleistungen und Gutachten rund CHF 100’000 (betrifft Raumplanung, Gestaltungskommission, Schulkommission, Hauptschulleitung, Immobilienbewirtschaftung, Freizeit und Sport, Forstwirtschaft, Hochwasserschutz etc.)
- Erhöhung Gebühren rund CHF 100’000 (Beglaubigungen, Gästetaxen, Marktwesen etc.)
- Schliessung des Lernschwimmbeckens Gründli über die Sommermonate
- Schliessung/Privatisierung des Flowtrail Glarus
- Beibehalten des Anlasses «Glarus begrüsst alle»
- Durchführung des Landsgemeindeflohmarktes und des Chilbimarktes
Umgang mit Personalsituation
Der unvermeidliche Leistungsabbau wird zu einem Personalabbau führen. Dieser soll aber möglichst über natürliche Fluktuation erfolgen. Deshalb wird die Organisation bei jeder Fluktuation überprüft und jede Neu-/Wiederbesetzung setzt eine Personalbedarfsmeldung beim Gemeinderat voraus.
Der Gemeinderat möchte Wissensverluste verhindern, ihm ist es bewusst, dass gut qualifizierte Mitarbeitende heute nur noch schwer zu finden sind. Er möchte den Mitarbeitenden Sorge tragen und ihnen sollen grundsätzlich gute Arbeitsbedingungen ermöglicht werden.
Ein Personalstopp hat der Gemeinderat abgelehnt. Ein solcher wäre schwierig umzusetzen, denn der Mitarbeiterbestand ist sehr heterogen. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, ist spezifisches Wissen bei vielen Funktionen nötig.
Die Lehrpersonenlöhne sind beispielsweise eine sehr grosse Ausgabenposition. Das Lohnniveau der Lehrpersonen ist jedoch im Vergleich zu Glarus Nord, Glarus Süd sowie ausserkantonal bereits vergleichsweise tief und die Rekrutierung neuer Lehrpersonen gestaltet sich als sehr schwierig. Aktuell (Stand 1. Quartal 2025) sind mehrere Stellen offen. Es braucht «Gesunde Gemeindefinanzen» mit den damit verbundenen Sparanstrengungen, damit die Gemeinde Glarus als Arbeitgeberin auch finanziell mithalten kann.