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Budget 2026 der Gemeinde Glarus dank geplanter Steuerfusserhöhung von 5 Prozent ausgeglichen

Der Gemeinderat hat das Budget 2026 zuhanden der Gemeindeversammlung 2/2025 vom 28. November 2025 mit einem Ertragsüberschuss von CHF 0.310 Mio. verabschiedet.

Dieses Ergebnis gründet auf einer Erhöhung des Gemeindesteuerfusses von 5 Prozent (+ CHF 3.3 Mio.) und einer Reduktion des Personalaufwandes um pauschal CHF 1.0 Mio. Der Verlust aus betrieblicher Tätigkeit beträgt weiterhin CHF 0.9 Mio.

Die finanzielle Lage der Gemeinde Glarus bleibt herausfordernd. Zu schaffen machen hohe notwendige Investitionen, ein ungenügender Selbstfinanzierungsgrad sowie ein strukturelles Defizit. Es sind weitreichende Massnahmen nötig, um das Haushaltsgleichgewicht wiederzuerlangen. Dem Gemeinderat ist es aber dennoch sehr wichtig, die Standortattraktivität der Gemeinde beizubehalten und den Mitarbeitenden Sorge zu tragen.

Zielwerte des Gemeinderats für die Gemeindefinanzen
Der Gemeinderat hat zur Überwachung und Steuerung der Gemeindefinanzen drei zentrale Kennzahlen mit Mindest-Zielwerten festgelegt. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt mit 69.0% unter dem gemeinderätlichen Zielwert von 80%. Ebenso verfehlt die Nettoschuld pro Einwohner/in mit CHF -2'962 den Zielwert von CHF -1'000.

 

Selbstfinanzierungsgrad

Nettoschuld pro Einwohner

Eigenkapital

Zielwerte

80.0%

CHF -1'000

CHF 30.0 Mio.

Effektive Werte per 31.12.2024

13.6%

CHF -2'001

 

CHF 56.1 Mio.

Budget-Werte 2025

24.8%

CHF -3'039

CHF 55.5 Mio.

Budget-Werte 2026

69.0%

CHF -2'962

 

CHF 55.7 Mio.

Der 10-Jahres-Finanzplan 2027-2036 zeigt düsteres Bild
Der Integrierte Aufgaben- und Finanzplan 2027-2029, in welchen keine weiteren Erhöhungen des Gemeindesteuerfusses oder einer zusätzlichen Bausteuer miteingerechnet worden sind, zeigt die jährlich negativen zu erwartenden Jahresergebnisse. Für den Gemeinderat ist es deshalb klar, dass es Massnahmen braucht, um den Finanzhaushalt zu gesunden und ein akzeptables Fiskalniveau beizubehalten.

Hoher Investitionsbedarf belastet die finanzielle Lage
Die budgetierten Nettoinvestitionen belaufen sich für das Jahr 2026 auf CHF 7.7 Mio. Diese können mit CHF 5.3 Mio. selbst finanziert werden, die restlichen CHF 2.4 Mio. müssen mit Fremdkapital finanziert werden. Die zunehmende Fremdverschuldung bedeutet einerseits steigende Zinskosten, andererseits nimmt der Rückzahlungsbedarf zu. Aus diesem Grund wurden die Investitionen seitens des Gemeinderates mittels einer Verzichtsplanung bereits wesentlich beschränkt, obwohl Investitionen in Schulhäuser, Strassen, in das Hochwasserschutzprojekt «Sichere Linth» oder in die Sanierung der Alpen etc. nötig wären. Es ist deshalb mit Folgekosten aufgrund fehlender Unterhaltsarbeiten zu rechnen.

Leistungsabbau und Reduktion des Finanz- und Verwaltungsvermögens
Die beantragte Steuerfusserhöhung im Jahr 2026 um 5 % wirkt beim operativen Ergebnis deutlich entlastend. Doch der Gemeinderat möchte das strukturelle Defizit nicht einzig durch Steuererhöhungen reduzieren. Weitergehende Massnahmen und Einsparungen in allen Bereichen sind eingeleitet, um den Finanzhaushalt wieder ausgeglichen zu gestalten. Ein Leistungsabbau als Voraussetzung für eine Verschlankung der Verwaltung und des Betriebs, die Reduzierung des Finanz- und Verwaltungsvermögens auf nur noch betriebs- und verwaltungsnotwendige Bestandteile sowie weitere Sparmassnahmen und eine hohe Ausgabendisziplin müssen der Hauptfokus bleiben.

Pauschale Reduktion des Personalaufwandes um CHF 1 Mio. und moderate Lohnentwicklung
Der Personalaufwand, eine grosse Ausgabenposition in einem öffentlichen Dienstleistungsbetrieb, sinkt um insgesamt CHF -0.9 Mio. dank einer pauschalen Reduktion des Personalaufwandes um CHF 1.0 Mio. Es wurden im Budgetprozess 2026 keine zusätzlichen Stellen bewilligt. Dem Gemeinderat ist es dabei aber auch wichtig, dass den bestehenden Mitarbeitenden, auf welchen die Gemeinde aufbaut, Sorge getragen wird. Deshalb hat er für individuelle Lohnentwicklung von 1 Prozent einen Betrag von CHF 0.31 Mio. budgetiert.

Erhöhung des Gemeindesteuerfusses um 5 Prozent
Der Gemeinderat beantragt eine Erhöhung des Gemeindesteuerfusses um 5 Prozent. Aus Sicht des Gemeinderates ist es ein notwendiger, wenn auch nicht hinreichender Schritt, um den Finanzhaushalt zu stabilisieren. Angesichts der finanziellen Lage sowie ist diese beantragte Steuerfusserhöhung aus Sicht des Gemeinderats sachlich begründet und verhältnismässig.

Der Gemeinderat dankt allen Stimmberechtigten, Mitarbeitenden, Partnern und allen weiteren Personen, die den eingeschlagenen Weg mittragen sowie weiterhin konstruktiv und kritisch unterstützen.

Weitere Informationen
Unter www.glarus.ch/gemeindeversammlung stehen Detailunterlagen zum Budget 2026 der Gemeinde Glarus zur Verfügung.

Zudem können sich alle Interessierten an der Informationsveranstaltung vom Montag, 10. November 2025, 19.30 Uhr, Markthalle Glarus, über das Budget 2026 informieren.

Am Montag, 3. November 2025 findet um 19.00 Uhr in der Gemeindestube des Gesellschaftshauses Ennenda ein «Runder Tisch Budget 2026» der Gemeinde Glarus statt. Vertreter des Gemeinderates und des Departementes Finanzen und Controlling erläutern detailliert über das Budget 2026, den Integrierten Aufgaben- und Finanzplan 2027-2029 / 2027-2036, beantworten ihre Fragen und diskutieren die Hintergründe der Stossrichtungen des Gemeinderates. Anmeldungen dazu bitte bis am Donnerstag, 30. Oktober 2025 an Sonja Kohler Müller, Abteilungsleiterin Gemeindeentwicklung und Kommunikation unter sonja.kohler@glarus.ch oder 058 611 81 27.