Anforderungen allgemein
Es handelt sich um ein interdisziplinäres Hochwasserschutzprojekt, dass verschiedene Herausforderungen in verschiedenen Fachdisziplinen mit sich bringt. Im Folgenden sind die Anforderungen und Voraussetzungen zu den massgebenden Planungsaspekten zusammengefasst. Diese müssen erfüllt werden, damit ein bewilligungsfähiges Projekt vorgelegt werden kann.
Hochwasserschutzmassnahmen
Die zahlreichen Hochwasserschutzmassnahmen müssen detailliert geplant werden und deren Funktionsweise und Schutzwirkung nachgewiesen werden.
Gewässerschutz
Das Hochwasserschutzprojekt hat verschiedene gewässerschutzrechtliche Anforderungen zu erfüllen. Bund und Kanton haben in ihren Stellungnahmen zum Vorprojekt ausdrücklich auf die Anforderungen hingewiesen. Eine Bewilligung des Projekts ist nur dann möglich, wenn diese erfüllt sind.
Das Gewässerschutzgesetz (GSchG) erfordert zum einen die möglichst naturnahe Gestaltung des Linthlaufs und zum anderen die Sicherstellung des quantitativen Grundwasserschutzes. Daraus ergeben sich folgende konkreten Voraussetzungen für die weitere Planung:
- Die Gestaltungsweisen von Sohle und Ufer sind so festzulegen, dass einerseits natürliche Funktionen wiederhergestellt werden können und anderseits der angestrebte Hochwasserschutz sichergestellt werden kann.
- die Auswirkungen des Wasserbauprojekts auf den Grundwasserspiegel in einem, auf ausreichender Datengrundlage fundierten, Nachweis aufzuzeigen.
- Aufbau einer gebrauchstauglichen Grundwasserüberwachung vor Realisierung des Hochwasserschutzprojekts und die Planung allfälliger Kompensationsmassnahmen für den Fall von unerwünschten / inakzeptablen Grundwasserbeeinträchtigungen.
Geschiebetransport / Flussmorphologie
Mit der Neugestaltung des Flussprofils resp. der Sohlenabsenkung muss der Hochwasserschutz auf lange Zeit sichergestellt werden. Die Sohlenabsenkung ist nur dann eine gebrauchstaugliche Lösung, wenn die neue Flusssohle langfristig, ohne regelmässige Ausbaggerungen, auf dem tieferen Höhenniveau verbleibt.
Für das Hochwasserschutzprojekt muss insbesondere aufgezeigt werden, wie sich das Projekt auf den Geschiebetransport auswirkt, wie sich die Flussmorphologie langfristig verändern kann und welche Restrisiken (in Bezug auf Sohlenanhebungen nach außerordentlichen Hochwasserereignissen) bestehen und wie damit umgegangen werden soll (Bsp. Geschiebe-Interventionskonzept).
Weitere Anforderungen und Aufgabenstellungen
Neben der Detailplanung der verschiedenen wasserbaulichen Massnahmen und Massnahmen neben dem Gewässer bestehen folgende weitere vielschichtigen Anforderung und Voraussetzungen an die Planung (Auflistung nicht abschliessend):
- Umweltverträglichkeitsprüfung
- Altlastenuntersuchungen
- Koordination mit Dritt- und Nebenprojekten (Bsp. Kraftwerke)
- Nachweise zum kontrollierten Überlastfall
- Umgang mit den verbleibenden Restrisiken
- Nutzen-Kosten-Nachweis