Hochwasserschutz Butzi-/Blänggliruus
Die Butziruus und die Blänggliruus sind zwei «murgangfähige» Wildbäche in Netstal. An beiden Gewässern bestehen Schwachstellen, an denen es zu Ausbrüchen und in der Folge zu Überschwemmungen im Dorf Netstal kommen kann. Das zweitgrösste Hochwasserrisiko im Gemeindegebiet besteht in Netstal, aufgrund dieser beiden Gewässer. (Das grösste Hochwasserrisiko besteht in Ennenda und Glarus aufgrund von Linthhochwasser.)
Butziruus:
Am Unterlauf der Butzirunse bestehen verschiedene Schwachstellen. In Anbetracht der Einzugsgebietsgrösse und der Verfügbarkeit von Geschiebe sind die Kapazitäten von Rückhaltebauwerken und Gerinne ungenügend. Beim letzten Hochwasserereignis am 26. Juli 2025 kam es an verschiedenen Stellen beinahe zu Ausbrüchen. Ausbrüche an der Butzirunse führen zu Überschwemmungen im Dorf, weil der unterste Sammler bei Hof (hier befindet sich die Ableitung zum Löntsch) seitlich umflossen wird.
Blänggliruus:
Mit dem Felssturz im Februar 2016 im hat sich der Charakter im Einzugsgebiet der Blänggliruus markant verändert. Bei Hochwasser können grosse Geschiebemengen am Fuss des Wiggis mobilisiert und talwärts verfrachtet werden. Dies zeigte das Ereignis vom 26. Juli 2025 eindrücklich. Ohne die Schutzwirkung, der im Jahr 2019 fertiggestellten Schutzdämme wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Überschwemmungen der Sportanlagen Wiggis und möglicherweise auch zu Überschwemmungen im Dorf gekommen.
Eine Problemstelle dieser Runse liegt höhergelegen bei Kote 620 m ü.M.. Die Öffnung der Runse an dieser Stelle mit einem Schreitbagger im Jahr 2023 verhinderte einen rechtsseitigen Ausbruch am 26. Juli 2025. Ein Ausbruch an dieser Stelle würde einerseits die benachbarte Butzirunse zusätzlich belasten und auch zu Abflüssen zwischen den beiden Gewässern in Richtung Dorf Netstal führen.