Persönlich

hanneselmer_original.jpg

«Ich habe das Bedürfnis, etwas zurückzugeben»

Von Angelika Tanner

Wenn er sich engagieren kann, ist Hannes Elmer glücklich. Er ist Mitgründer des Vereins Child Aid Papua, Gründer des Vereins Quack und Leichtathletik-Trainer. «Ich organisiere und lanciere gerne. Der Prozess ist spannend und gibt viel zurück», erklärt der 30-Jährige. «Ich wäre nicht glücklich, am Abend nach der Arbeit einfach Pause zu machen.»
Und so arbeitete Elmer bis vor Kurzem nicht nur als Assistent Wirtschaftsprüfung in Vaduz, sondern war auch für die administrativen Aufgaben von Child Aid Papua zuständig. Im September wird er nach Indonesien fliegen, um Vollzeit für diesen Verein zu arbeiten. Diesen Sommer soll das neue Lernzentrum im indonesischen Dorf Sawinggrai fertiggestellt werden und viele neue Ideen warten darauf, umgesetzt zu werden. Wie lange Elmer in Indonesien bleiben wird, ist noch unklar. Seinen Job und die WG hat er aufgegeben.
Elmer freut sich auf die Zeit in Indonesien. Er erzählt davon, wie die Kinder am Abend im Lernzentrum noch am Lesen sind und wissbegierig immer wieder Fragen stellen. «Und irgendwann legen sie sich einfach hin und schlafen, um am nächsten Morgen weiterzulesen.»
Man merkt Hannes Elmer an, dass er gern über sein Projekt redet. «Über persönliche Sachen rede ich nicht so gerne», gibt er zu. «Ich sehe mich nicht als so wichtig an.»
Bevor Elmer nach Indonesien reist, steht noch ein Lager seines Vereins «Quack» an. Der Verein unterstützt übergewichtige Kinder zwischen 10 und 13 Jahren durch Sport, Ernährungsberatung und psychologische Beratung. Das Ziel des einwöchigen Lagers: Spass haben und sich nicht um Vorurteile von Aussenstehenden kümmern zu müssen.
Nebst der Arbeit für «Quack» ist Elmer Leichtathletiktrainer des Leichtathletikvereins Glarus. Er selber trainiert drei bis vier Mal pro Woche und interessiert sich auch privat für Sport. 
Die Motivation hinter seinem vielseitigen Engagement sind die eigenen guten Erfahrungen, die Elmer gemacht hat. «Ich hatte eine tolle Kindheit dank meiner Eltern, meines Leichtathletik-Trainers und der vielen Bildungsmöglichkeiten in der Schweiz. Ich ich habe das Bedürfnis, etwas zurückzugeben.» Die Projekte bereiten ihm Freude. «Ich bin ausgeglichen», findet er.
Ein Zitat hat Elmer sich ausgesucht, das ihn täglich begleitet: «Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.» Damit beginnt er auf der Homepage von Child Aid Papua, sich als Mitgründer vorzustellen. Er weiss zwar nicht mehr genau, von wem das Zitat stammt, aber er lebt nach diesem Motto. «Man soll sich bewusst werden, dass man jeden Tag etwas verändern kann», sagt Elmer nachdenklich. «Es gibt vieles, worin man sich verbessern könnte und es ist gut, wenn man sich immer wieder etwas vornimmt.» Für ihn selber sind das immer kleine Dinge, die er verändern möchte, zum Beispiel nach Möglichkeit nicht mit dem Auto unterwegs zu sein. So ist er auch für das Interview mit der «Glarner Woche» mit dem Fahrrad von Niederurnen nach Glarus gefahren.
Was wünscht sich Elmer für die Zukunft? Zuerst denkt er an seine Projekte: Für Indonesien wünscht er sich, dass das Projekt weitergetragen wird, dass es wachsen kann und es eines Tages viele selbstständige Schulhäuser hat, die nicht mehr auf den Verein angewiesen sind. «Dass in dieser armen Gegend ein gutes Bildungssystem entsteht und die Kinder selber entscheiden können, was sie wollen.» Und was wünscht er für sich selber? «Nicht viel… gesund bleiben und weiterhin das machen, was mich inspiriert. Das reicht mir.»

Persönliches

Vorname, Name
Hannes Elmer
Alter, Sternzeichen
30, Zwillinge
Wohnort
Niederurnen
Beruf
Projektleiter Verein Child Aid Papua
Interessen und Hobbys
Sport (insbesondere Leichtathletik), Lesen, Musik hören
Liebster Ort im Kanton und in der Welt
Klöntal, Sawinggrai (Indonesien)
Lieblingsessen
Raclette; durchschnittlich einmal pro Woche, auch im Sommer
Lieblingsmusik
Punk, Rock, Metal
Grösstes Anliegen
Allen Kindern und Menschen das Recht auf Bildung geben

 


Meldung druckenText versendenFenster schliessen