Persönlich

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Von Ski und anderen Kufen

Mit weltberühmten Persönlichkeiten auf einem dekorierten Holzschlitten: Der Leiter der Schweizerischen Ski- und Snowboardschule Elm ist mehr als nur ein Skilehrer.

Von Tina Wintle

Er war schon einmal mit Hillary Clinton und Barack Obama zusammen auf einem Holzschlitten. Er selber mimte damals den US-Präsidenten Donald Trump, als er mit irrem rot-blondem Haar und mit Anzug und Krawatte im «Garacho» den Schneehang herunter raste. «Das machte Spass – unser Schlitten und unser Polit-Trio waren danach überall in der Presse abgebildet», schmunzelt Remo Zweifel, Hornschlittenfahrer in Braunwald, Skischulleiter in Elm und Familienvater aus Linthal.
Brisant und aktuell müssen die Themen sein, die Remo Zweifels Hornschlittencrew verkörpert. Von heiklen Hornschlitten-Themen distanziert er sich aber: «Ich will niemanden brüskieren oder gar beleidigen.» Am kommenden Sonntag steigt in Braunwald das traditionelle Hornschlittenrennen, ein Anlass, bei dem übergrosse Holzschlitten – im Fachjargon Bauernschlitten mit Eisen- oder Holzkufen genannt – je nach Kategorie, ähnlich wie Fasnachtsmottos fantasievoll dekoriert, die zwei Kilometer lange Piste vom Grotzenbühl ins Ziel sausen. Zur eigenen Freude und der des Publikums.
60 bis 70 Stunden hat Remo Zweifel mit seinem Beifahrer am aktuellen Hornschlitten gebastelt. «Etwas weniger als auch schon.»
Hauptberuflich ist Remo Zweifel Leiter der schweizerischen Ski- und Snowboardschule Elm. Skifahren ist seine grosse Leidenschaft, seit 15 Jahren arbeitet er für die Schule, seit dieser Saison neu als Leiter. 34 Skilehrer beschäftigt die Skischule, einige davon seit Jahren und Jahrzehnten. «Einige unserer Skilehrer sind seit über  40 Jahren dabei.» An seinem Beruf mag der gelernte Schlosser den nicht immer einfachen Kontakt zu Kunden. Erfolg bedeutet für ihn, wenn ein Kunde beim nächsten Mal wieder kommt oder gar explizit nach ihm verlangt: «Ich will wieder mit dem Remo Skifahren», sei so ein Satz, der ihn und seine Arbeit am schönsten bestätige und «mitten ins Herz» gehe.
Remo Zweifel ist in Linthal geboren, in Ennenda aufgewachsen und wohnt nun mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern wieder in Linthal. Von 2007 bis 2011 hat er in anderen Teilen der Schweiz gelebt und gearbeitet, zum Beispiel in Savognin, Arosa oder Samnaun-Ischgl. Im Vergleich dazu sei Elm klein und familiär. Von Kunden vernimmt er, dass der Trend weg von grossen Skigebieten gehe, hin zu kleinen Skiorten. «Touristen wollen lieber weniger Pistenkilometer, dafür mehr überschaubare Skigebiete.»
Gefragt sei das Tiefschneefahren, das übrigens auch Remo Zweifels Lieblingsdisziplin ist. Seine Ski für den Tiefschnee sind ihm so lieb geworden, dass er sie gerne auch auf den Pisten benutzt. Vielen Skifahrern seien die Gefahren beim Skifahren nicht bewusst, sei es, dass sie sich gedankenlos in off-pist-Bereiche bewegen, auch in ungesicherte Gebiete, oder dass sie mit total unpassenden Ski fahren. «Ich beobachte vieles und oft sehe ich, dass nicht der Mensch die Ski fährt, sondern umgekehrt.» Die Tage sind lang und die Saison auf dem Höhepunkt, Remo Zweifel ist nicht selten schon um fünf Uhr morgens auf Platz, er versucht aber, abends um sieben zu Hause zu sein.
Für das kommende Hornschlittenfahren in Braunwald hat Remo Zweifel eine Taktik, und die heisst Spass. «Gewinnen ist in meiner Kategorie nicht das Wichtigste.» Sein Hornschlitten-Thema will er nicht verraten, das sei eine Überraschung für die Zuschauer. Versprechen kann er, dass sein Hornschlitten aktuell und brisant dekoriert das «Grotzi» herunterdonnern wird.

 

Das älteste Hornschlittenrennen der Schweiz in Braunwald: Sonntag, 10. Februar, Start 10.30 Uhr

 

Persönliches

Vorname, Name
Remo Zweifel
Alter, Sternzeichen
35, Krebs
Wohnort
Linthal
Beruf
Skischulleiter schweizerische Ski- und Snowboardschule Elm
Interessen und Hobbys
Skifahren, Fischen, Schiessen
Liebster Ort im Kanton und in der Welt
Alp Obersand
Lieblingsgetränk
Kaffee
Lieblingsmusik
Alles! einfach nicht ständig und zu oft wiederholt und gerne auch rockig
Lieblingspiste
Pleus und Steinibach im Tiefschnee
Grösstes Anliegen
Zufriedenheit, Gesundheit, Zeit fu?r die Familie

 

 


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