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Persönlich

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Milu – Clownin und Mutter

Von Beate Pfeifer

Es dauert rund eine halbe Stunde, dann wird aus Barbara Muggli die Clownin Milu. Milu, deren grossen Augen strahlen und die gerne und viel lacht. «In Milu steckt ganz viel von mir. Sie schminkt sich gerne mit bunten Farben, mag Kostüme und ist herzlich», sagt Barbara «Milu» Muggli. «Die Figur verkörpert und verstärkt meine Eigenschaften.» «Geboren» wurde Milu vor rund acht Jahren. Damals versuchte die junge Zirkuseinsteigerin sich erstmals als Clownin auf der Bühne. Aber sie merkte schnell, dass Barbara keine Clownin war. Also musste eine Lösung her – und die wurde auf den Namen Milu getauft. Doch die zwei Namen führten in Milus Umfeld zu Verwirrung. «Für die Leute bin ich immer die Künstlerin aus dem Zirkus Mugg. Deshalb habe ich mich vor rund einem Jahr entschieden, nur noch Milu zu sein.»
Aufgewachsen ist Milu im Thurgau, in einem Wohlfühlhaus, mit einem Bruder und Katze. «Ich hatte eine schöne Kindheit. Wir haben viel gespielt und uns eigene Welten erschaffen», erinnert sie sich. Das Geschwisterpaar entwarf sogar Stadtpläne und erfand Menschen. So viel Kreativität brauchte irgendwann ein Ventil.
Ursprünglich wollte Milu Modedesignerin werden, denn die Arbeit mit Stoffen und das kreative Gestalten haben ihr schon immer gelegen. Aber das Schicksal wollte es scheinbar anders. Ein Lehrer empfahl ihr, sich beim Theater zu bewerben, was Milu auch umsetzte – und zwar hartnäckig so lange, bis sie am St. Galler Theater assistieren durfte. Milus Wunsch war es, hinter der Bühne zu arbeiten und nicht auf der Bühne zu stehen. Aber auch das sollte anders kommen.
Mittlerweile hatte sie Stephan Muggli kennengelernt und seit dem 20. Januar 2007 sind die beiden ein Paar. Milu studierte zu dieser Zeit Bühnen- und Kostümbild in Dresden. Die Semesterferien verbrachte sie bei ihrem Freund im Glarnerland. Aber es sei klar gewesen, dass eine Fernbeziehung auf Dauer nicht zu machen ist. «Ich hatte immer gedacht, Stephan kommt irgendwann mit mir nach Dresden. Aber er hat zu dieser Zeit mit seinem Vater zusammen den Zirkus Mugg gegründet», erinnert sie sich. Etwa zeitgleich bot ein Starbühnenbildner ihr an, seine Assistentin zu werden. Das wäre ein starker Schub für ihre Karriere gewesen. «Ich habe mich damals gefragt, ob ich so leben will – immer unterwegs sein und die Familie nur selten sehen», erzählt Milu. Dann habe sie entschieden: «Dieses Leben will ich nicht!» Milu sagte das Angebot ab und studierte in Zürich Szenografie. Doch plötzlich habe das Studium nur noch nebenbei stattgefunden. «Ich bin damals voll im Zirkus eingestiegen. Und es war klar, dass ich den Bereich Kostüme übernehme.» Zudem wagte sie ihre ersten Schritte auf der Bühne und begann mit dem Kinderschminken, was auch heute noch einen Teil ihrer Tätigkeit ausmacht. Auch privat änderte sich einiges: Steph und Milu haben geheiratet und zwei Töchter bekommen. «Um die Familie und den Beruf unter einen Hut zu bringen, ist eine gute Organisation gefragt und man muss immer flexibel bleiben», sagt Milu. Sie führe eine Riesenliste, auf der vermerkt ist, wann die Kinder wie betreut werden. «Es ist mir ganz wichtig, dass die beiden wegen des Zirkus nicht zu kurz kommen.» Die Familie wohnt im Zirkuswagen, genauer in mehreren: Es gibt den Gemeinschaftswagen mit Küche, Sitzecke und Bad, einen Schlafwagen für die Kinder und einen für Milu und Steph.
Milu ist glücklich, sie weint der Karriere, die sie vielleicht hätte machen können, nicht nach. «Ich bin gerne Mami und ich bin gerne kreativ», sagt sie und hofft, das die Familie weiter als Gemeinschaft leben darf und die Kinder glücklich aufwachsen können.

Persönliches

Vorname, Name
Barbara «Milu» Muggli
Alter, Sternzeichen
32, Krebs
Wohnort
Betschwanden
Beruf
Clownin, Bühnen- und Kostümbildnerin und Mutter
Interessen und Hobbys
Zirkus, Trainieren, Malen, mit Stoff arbeiten, etwas für die Kinder machen, Lesen
Liebster Ort im Kanton und in der Welt
Überall am Wasser, an Wasserfällen und Flüssen kann ich mich entspannen
Lieblingsessen
Vegetarierin, morgens selbst gemachtes Vollkornmüsli, Salat
Lieblingsmusik
Marla Glen, ZAZ, Kunz
Grösstes Anliegen
Mein künstlerisches Entfalten

 

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