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Persönlich

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Die Welt ein wenig besser machen

Thomas Kistler, Gemeindepräsident von Glarus Nord, möchte die Welt ein wenig besser machen. Er verrät, wie er seinen Teil dazu beiträgt.

Von Beate Pfeifer

Eine Welt, in der jeder leben kann, wie er es will – dies aber nicht zulasten eines anderen – und eine Welt, in der alle die gleichen Möglichkeiten haben. Das wäre für Thomas Kistler eine ideale Welt. «Ich habe aber keine Illusionen», sagt der Gemeindepräsident von Glarus Nord. Dennoch: Würde jeder, der dazu die Möglichkeit hat, biologisch und fair einkaufen, auf unnötige Flüge verzichten und insgesamt verantwortungsvoll mit der Umwelt und anderen Menschen umgehen, dann wäre das schon ein grosser Schritt in Richtung einer optimalen Welt.
Kistler ist in Niederurnen aufgewachsen, hat in St. Gallen Betriebswirtschaft studiert und anschliessend in der Region Zürich seinen ersten Job angenommen. In dieser Zeit lernte er auch seine heutige Frau kennen. Das Paar lebte damals in einer Zürcher Wohnung, die nach dem zweiten Sohn langsam eng wurde. «Doch wo findet man mehr Platz zu einem vernünftigen Preis?», fragt Kistler. Die Antwort lautete: Niederurnen. «Ich hatte meinen Platz gefunden, habe aber meine Frau entwurzelt.» Das war vor 20 Jahren und heute fühlen sich beide im Glarnerland wohl.
Für den Betriebswirt Kistler zeigte sich schon bei seinem ersten Job, dass er lieber für ein kleineres Unternehmen arbeitet, als für einen grossen Konzern. In Letzterem sei man zu spezialisiert und müsse extrem um die eigene Stellung kämpfen. «Das habe ich erlebt und behaupte, ein Manager braucht einen erheblichen Teil seiner Zeit und Kraft, um seine Position zu erhalten.» Genau das wollte Kistler nicht und suchte sich deshalb einen neuen Job – in einem KMU. «Dort konnte ich das Unternehmen mitgestalten und mit der Firma mitwachsen. Ich musste nicht für mich kämpfen, sondern für das Ganze.» Die Besitzer verkauften die Firma aus Altersgründen – an einen Konzern. Kistler kündigte und fand eine neue Stelle bei einem grossen Bauingenieur-Unternehmen in Chur. Auch diese Firma entwickelte sich positiv – und konnte, dank des Erfolgs, ebenfalls an einen grossen Konzern verkauft werden. Ein weiteres Mal kündigte Kistler und verkaufte zudem seinen Firmenanteil. Das war im Dezember 2016.
Der begeisterte Biker nutzte die Zeit, in der er nicht erwerbstätig war, für eine grosse Velotour Richtung Süditalien. Zu diesem Zeitpunkt wurde bekannt, dass der damalige Gemeindepräsident Martin Laupper nicht erneut antreten würde. «Ich habe damals entschieden, dass ich kandidieren werde», so Kistler. «Und ich hatte wirklich Freude, als ich gewählt wurde. 1800 Leute haben meinen Namen auf einen Zettel geschrieben. Das macht einen stolz.»
Nun ist Thomas Kistler seit rund 100 Tagen im Amt und freut sich, dass er in dieser Position seinen Beitrag leisten kann, gute Lösungen für die Gemeinde voranzubringen. Im Prinzip sei das Führen einer Gemeinde wie das Führen eines KMU, nur mit grossen, ethischen Rahmenbedingungen. «Wenn ich sehe, dass andere zufrieden sind, vielleicht auch dank mir, dann macht mich das glücklich», so Kistler. So wie kürzlich, als er einer Bauernfamilie im Oberseetal versprach, dass er sich für die Sanierung ihrer Bergstrasse einsetzen werde. Die Freude sei gross gewesen und für ihn selbst seien das die motivierenden Momente. Denn Kistler ist einer, der Freude hat, wenn etwas vorwärtsgeht, das 
anderen hilft. «Wenn ich einmal gehe, möchte ich meinen Teil dazu beigetragen haben, dass ich sagen kann, ich habe nicht nur gebraucht und gelebt, ich habe auch etwas gegeben.» Als Gemeindepräsident wird er dazu noch vielfach Ge-
legenheit haben.

 

Persönliches

Vorname, Name


Thomas Kistler

Alter, Sternzeichen


57, Widder

Familie


Verheiratet, drei erwachsene Söhne

Wohnort


Niederurnen

Beruf


Gemeindepräsident Glarus Nord

Interessen und Hobbys


Mich bewegen: Wandern, Biken und seit 20 Jahren in der Männerriege

Liebster Ort im Kanton und in der Welt


Ausblick vom Hirzli und Süditalien

Lieblingsessen


Italienische Antipasti und alle Arten Käse

Lieblingsmusik

Ganz breit aufgestellt, je nach Stimmung

Grösstes Anliegen


Gerechtigkeit und Fairness für alle, 
Transparenz

 

 

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