Rubrik: Interview

Fuss an Fuss mit den Stars

Erich Fischli über Stars im Fussball und die Erfolge des FC Linth 04.

Von Tina Wintle

Erich Fischli, als Präsident des FC Linth 04 – der derzeit erfolgreichsten Glarner Fussballmannschaft – was bedeutet Ihnen Fussball?

Fussball ist ein grosser Teil meines Lebens. Seit ich denken kann, bin ich auf dem Fussballplatz zu Hause. Mein Vater hat getschuttet, ich tschutte, meine Kinder tschutten und auch meine Enkelkinder fangen damit an. Meine Wochenenden verbringe ich regelmässig auf dem Fussballplatz.

Und was sagt Ihre Frau dazu?

Ich habe sie auch auf dem Fussballplatz kennengelernt! Sie schaut sich gerne die Spiele an, hat also Verständnis für meine Leidenschaft.

Ist das ein Fussball-Gen, dass in Ihrer Familie weitergegeben wird?

Mit meinem Vater sind wir jedes Wochenende nach Zürich und haben Fritz Künzli unterstützt. Auch ich bin mit meinen Kindern an die Spiele nach Zürich gefahren. Es ist eine Passion, die man weitergibt. Bei uns tschutten einfach alle, auch die Mädchen, das ist jetzt nun mal so. Bei uns in der Familie haben auch schon fast alle einmal ein  Kreuzband gerissen.

Als aktiver Fussballer haben Sie beim FC Näfels gespielt. Hatten Sie selber auch Ambitionen, in einer höheren Liga zu spielen?

Ich wollte nie weg, ich hatte meine Kollegen beim FC Näfels. Aber wahrscheinlich war ich auch nicht gut genug für eine andere Liga.

Hat Sie das nicht gefuchst, dass Sie nie rekrutiert wurden?

Nein. Ich habe mein Bestes dem FC Näfels gegeben. Ich habe studiert und wollte das Leben kennenlernen. Eine professionelle Fussballkarriere war nie ein Thema für mich.

Sie sind mit der ersten und auch der zweiten Mannschaft des FC Linth aufgestiegen. Ihr Erfolgsrezept?

Wir pflegen bei uns eine Mentalität des Siegenwollens. Ich bin vor die Mannschaft gestanden und habe gesagt: «Ich will Erster werden.» Die Mannschaft hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert, es ist eine Stetigkeit mit einer verinnerlichten Siegereinstellung, die funktioniert hat.

Die erste Mannschaft spielt nun in der 1. Liga. Was verändert sich?

Die grösste Veränderung ist, dass wir unsere Fussballplätze umbauen, also auf 1.-Liga-Standard bringen müssen. So will es der Fussballverband. Verändern werden sich auch die Gegner, die Mannschaft wird gegen neue Teams spielen dürfen und das ist fantastisch. Es ist wie die Stube zu Hause: Nach ein paar Jahren freut man sich, wenn man einmal das Mobiliar wechseln und sich neu einrichten kann.

Eine neue Stubeneinrichtung kostet aber einen Haufen Geld.

Ja, finanziell kommt etwas auf unseren Verein zu. Für die Fussballplatz-Umbauten in Niederurnen und Näfels sind wir in Kontakt mit der Gemeinde Glarus Nord. Näfels wird nicht so teuer werden, in den Platz in Niederurnen muss massiv investiert werden.

Wie schätzen Sie die Spiele der WM ein?

Mir fällt auf, dass es nicht mehr Mannschaften gibt, die schlecht sind und solche, die gut sind. Die Qualität der Mannschaften ist näher zusammengerückt. Die Differenz zwischen der «besten» und der «schlechtesten» Mannschaft wird bei jeder Austragung kleiner. Früher hätten sich die Spieler der deutschen Mannschaft ein Bein hochbinden können und sie hätten immer noch gegen eine beliebige Mannschaft gewonnen. Heute muss jede Mannschaft kämpfen. Das liegt daran, dass auch die kleinen Länder Spieler haben, die in den grossen Ligen spielen. Ein Behrami zittert nicht mehr vor Ehrfurcht, wenn er gegen einen Neymar spielen muss. Keine Minderwertigkeitskomplexe mehr.

Ihr Traumfinale für die WM?

Deutschland gegen die Schweiz. Aber das wird es leider nicht geben.

 

Am Freitag starten die Viertelfinals.
zurück - Druckversion