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Persönlich

Vom Eishockey zum Jungunternehmer

Adrian Hug, CEO der Standbau Hug AG, über bewegte Jahre und Eishockey.

Von Anja Mittner

Mit 25 Jahren CEO einer erfolgreichen Firma sein – das wünschen sich viele, werden tatsächlich aber nur wenige. Adrian Hug gehörte zu den wenigen: Als 23-jähriger Kaufmann übernahm er von seinem Vater die Firma Standbau Hug AG in Näfels, die Standkonzepte für Messen auf der ganzen Welt konzipiert und realisiert. Und das, obwohl der junge Glarner ursprünglich ganz andere Berufsziele hatte.
«Ich wollte eigentlich ein professioneller
Eishockeyspieler werden», erinnert sich Adrian Hug zurück. Schon als Kind stand er oft auf dem Eisfeld in Glarus und versuchte als Goalie möglichst alle Pucks vom Glarner Tor fernzuhalten. Mit Erfolg: Als 13-Jähriger wechselte er zum Nachwuchs des EV Zug und bewegte sich zwischen dem Glarner- und Zugerland fast täglich hin und her. Drei Jahre später, nachdem er die Sekundarschule abgeschlossen hatte, suchte er sich eine Lehrstelle in Zug, zog dahin und versuchte im Eishockey erfolgreich zu werden. «Wir waren zu dritt als Schweizer Goalies in einem internationalen Nachwuchscamp. Ich war zwar flink und auch talentiert, aber mindestens einen Kopf kleiner als die beiden anderen. Als die Scouts (Talentsucher) kein Interesse an mir gezeigt haben, wurde mir bewusst, dass ich umdisponieren musste», so Adrian Hug. Einige Zeit später hat er die Schlittschuhe an den Nagel gehängt und ist zurück ins Glarnerland gekommen.
Mit 21 hat ihn sein Vater zum ersten Mal gefragt, ob er ins Geschäft einsteigen will und kurz entschlossen sei er dann auch an einen Termin mitgegangen. «Als ich sah, wie mein Vater vor die Leute hinstand und so überzeugend war, dachte ich, dass ich das selbst niemals könnte.» Also lehnte er das Angebot ab und nahm einen Job als Finanzberater an. «Das war ein extrem wertvolles Jahr für mich. Ich habe gelernt, wie man richtig mit Kunden spricht und erfolgreich sein kann», sagt er. Diese Zeit habe sein Selbstvertrauen sehr gestärkt und er entschied sich, dass er die Firma Standbau Hug doch übernehmen möchte. Sein Vater riet ihm darauf, seine Stelle als Finanzberater aus «familiären Gründen» zu kündigen. Dass wirklich ein familiärer Grund der Auslöser sein würde, wusste er da aber noch nicht.
«Ich war mit meinem Vater an einer Messe, er stellte mich allen Kunden als sein Nachfolger vor. Ihm ging es an diesem Tag nicht besonders gut. Am Mittag rief ein Arzt an und sagte, er müsse sofort nach Hause kommen: Er habe Krebs.» Und so blieb Adrian Hug mit 23 Jahren nichts anderes übrig, als alleine an die Messe zurückzugehen, die Kunden über die Situation zu informieren und zu sagen, dass er die Firma weiterführen werde. «Sie gaben meinem Vater noch zwischen zwei Wochen und einem halben Jahr», sagt er nachdenklich. Weil deshalb auch nicht mehr viel Zeit blieb, ihn einzuführen, stellte sein Vater einen Coach ein. «Der Haken war, dass der Coach erst im August, nach den Betriebsferien, anfangen konnte. Mein Vater hat mich aber keinen Tag alleine gelassen – er ist erst am Freitagabend, als die Betriebsferien begonnen haben, von uns gegangen.»
Heute führt der 36-jährige Unternehmer noch immer die Standbau Hug AG, leitet 18 Mitarbeiter und ist selbst schon Vater von zwei Kindern. Eishockeymässig ist er «back to the roots»: In seiner Freizeit findet man ihn nämlich wieder wie früher auf dem Eisfeld in Glarus – bloss nicht mehr bei den Junioren. Im Nachhinein gibt es für Adrian Hug nicht viel, das er ändern würde. Nur: «Wenn ich die Zeit nochmals zurückdrehen könnte, würde ich nicht mehr Goalie, sondern Spieler werden – da hätte ich bessere Chancen gehabt.»

 

 

Persönliches

Vorname, Name

Adrian Hug

Alter, Sternzeichen

36, Krebs

Wohnort

Mollis

Beruf

Gelernter Kaufmann, CEO Standbau Hug AG

Interessen und Hobbys

Eishockey, Familie, Snowboard

Liebster Ort im Kanton

Zuhause

Lieblingsessen

Spaghetti Carbonara

Lieblings-Eishockeyclub

EV Zug

Grösstes Anliegen

Liebe und Respekt für alle

 

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