Persönlich
 

100 Prozent Vertrauen

Marco Scherrer, Lawinenhundeführer, über die spezielle Verbindung zu seinem Berner Sennenhund und mehr.

Von Madeleine Kuhn-Baer

Die Faszination, mit dem Hund jemandem helfen zu können, habe ihn schon früh gepackt, sagt Marco Scherrer: «Speziell das Lawinenhundewesen mit seinen Geschichten und Sagen von Barry haben mich als Bub geprägt.» Ausserdem habe er das Helfersyndrom von seiner Familie in Niederurnen mit auf den Weg bekommen, und er sei mit Hunden aufgewachsen.
Als er und seine Frau Selina die heute sechsjährige Rosi aufnahmen, bedeutete dies auch den Start für die Lawinenhundeausbildung. Es folgten die Aufnahme ins Rettungshundeteam der Alpinen Rettung Glarnerland «und viele, viele Stunden Training mit allen Hochs und Tiefs, welche dazugehören». Die verschiedenen Prüfungen und Module konnte das Team im Winter 2016/17 erfolgreich abschliessen.
Marco Scherrer hatte Tränen in den Augen, als Rosi die Prüfung so gut absolvierte. Denn als Berner Sennenhund ist sie kein typischer Lawinensuchhund. «Rosi ist sehr sensibel und eigenwillig. Wir mussten uns zuerst kennenlernen und Vertrauen aufbauen. Ihr Temperament hält sich manchmal in Grenzen, was ich zuerst akzeptieren musste.» Sie machten viele Überstunden und trainierten auch noch nach den obligatorischen Übungen. «Jetzt sind wir so weit, dass ich sie ohne grosse Worte auf dem Lawinenfeld führen und ihr zu 100 Prozent vertrauen kann.» Die beiden haben soeben in Andermatt während vier Tagen ihre Einsatzfähigkeit bestätigt. Bei extremem Wind und Sturm, was es für die Hunde schwieriger machte. «Rosi kommt das irgendwie gelegen. Sie hat mich einmal mehr nicht enttäuscht. Das ist ein schönes Gefühl.»
Rosi braucht viel Zuneigung und ist ein toller Familienhund. So hat sie die drei Kinder im Alter zwischen zehn Monaten und viereinhalb Jahren liebevoll in ihr Rudel aufgenommen. Umgekehrt muss aber auch die ganze Familie mitmachen, nimmt doch das Hobby sehr viel Zeit in Anspruch und schränkt auch ein: Im Winter ist das Lawinenhundeteam auf Pikett und muss innert zehn Minuten einsatzbereit sein. Das heisst: Hund und Material sind immer in der Nähe.
Marco Scherrer gehört als Retter und Lawinenhundeführer der SAC-Rettungsstation Glarus-Schwanden an. Seine Frau Selina ist denn auch oft alleine mit den Kindern. «Aber er macht es mit Herzblut und gut, deshalb unterstütze ich ihn. Es gehört zu ihm», meint sie. Lawinenhundeführer seien eine eingeschworene Truppe, ein spezieller Schlag mit einer besonderen Kameradschaft. «Alles gute Leute», sagt Selina.
Verständnis braucht es zudem vom Arbeitgeber. Scherrer absolvierte die Lehre als Informatiker im Kantonsspital Glarus und machte sich später selbstständig als Inhaber eines Konzertlokals im Kanton Schwyz. «Ich hatte während zehn Jahren eine intensive Rock’n’Roll-Zeit.» Dann aber kehrte er in seinen alten Beruf zurück und arbeitet nun bei der Kunststoff Schwanden AG als Informatiker. Daneben führt er die Firma Soundz-good Events und ist Eventpartner beim Sound of Glarus. Ebenso organisiert er die Blues Night in Linthal, was für ihn eine «Herzensangelegenheit» sei. Hat er sein zeitintensives Hobby als Lawinenhundeführer noch nie bereut? «Im Gegenteil, ich habe auch persönlich sehr viel dazugelernt.»
Am Montag wird er gemeinsam mit Daniel Bässler, dem Hundeverantwortlichen der Alpinen Rettung Glarnerland, bei Baeschlin Bücher in Glarus mehr davon erzählen. Rosi wird natürlich auch mit dabei sein.

 

Persönliches

Vorname, Name

Marco Scherrer


Alter, Sternzeichen

37, Widder


Wohnort

Glarus


Beruf

Informatiker


Interessen und Hobbys

Die Natur, Ski- und Bergtouren


Liebster Ort im Kanton und in der Welt

Ich bin gerne zu Hause bei meiner Familie oder draussen in der Natur.


Lieblingsessen

Wild


Lieblingsmusik

B. B. King

Grösstes Anliegen

Den gesunden Menschenverstand wieder mal einschalten

 

 

zurück - Druckversion