Rubrik: Persönlich

Persönlich

Echter Schnauz und falscher Bart

Hansheinrich Hefti erzählt in dieser Ausgabe der "Glarner Woche" von seinen Erfahrungen als Statist.

Von Madeleine Kuhn-Baer 

Mitte Juli wurde der 14. Luzerner «Tatort» abgedreht. Nebst Schweizer Prominenz tummelten sich rund 800 Statisten als Gala- Gäste im Kultur- und Kongresszentrum. Darunter Hansheinrich und Conny Hefti aus Schwanden. Nach der Fernsehserie «Wilder», welche im Februar unter anderem in Elm gedreht worden war, gab es für sie einen weiteren Auftritt als VIP-Paar. Hansheinrich Hefti hatte im Juni zudem als Sozialist und Parlamentarier in der Doku-Fiction «Generalstreik 1918» des Schweizer Fernsehens mitgewirkt. Mit echtem Schnauz und falschem Bart.
Wie kam er dazu? Er sei schon immer interessiert an Film und Fernsehen gewesen, habe in Kalifornien auch das «Warner Brother’s Studio» besucht, erzählt er. Anlässlich des Drehs für «Wilder» wurde ihm dann eine Registrierung als Statist empfohlen, was zur Folge hatte, dass Anfragen für andere Filme kamen.

Die Erfahrungen bei der Doku-Fiction seien einmalig gewesen, schmunzelt der Schwander. Er sitze im Bundeshaus und nicke dem Präsidenten der Sozialdemokratischen Partei anno 1918 im richtigen Moment zu. Aber auch der Dreh für «Wilder» hat ihm gefallen. Es sei interessant, wenn man plötzlich neben Marcus Signer – bekannt durch die Hauptrolle in «Der Goalie bin ig» – sitze und sich mit ihm bestens unterhalte: «Es sollte Ruhe herrschen, doch er brachte mich immer wieder zum Lachen.» Oder wenn Christian Kohlund zwischen zwei Szenen süffisant sage: «Du hast wenigstens einen anständigen Beruf erlernt. Ich sage den ganzen Tag den gleichen Satz ...»
Die «ewig langen Pausen, bis es endlich mal zur Sache geht», schätzt Hansheinrich Hefti hingegen weniger. In Elm beispielsweise musste er neun Stunden warten, «um während fünf Minuten durch die Eingangstüre zu laufen und immer im gleichen Moment den Mantel aufzuknöpfen». Dies erachte er als verlorene Zeit, in der er viel anderes erledigen könnte.

Schwanderdurch und durch
Dennschliesslich ist er ja nicht nur Statist. Seit Geburt in Schwanden wohnhaft,bildete er sich nach der KV-Lehre bei der Steinkohlen AG und anschliessenderBerufstätigkeit zum Buchhalter mit eidg. Fachausweis sowie in RichtungControlling weiter. Er arbeitete in diversen Firmen bis nach Zürich. Derzeitist er ohne Anstellung und sucht eine neue Herausforderung.
Er engagierte sich in diversen Schwander Institutionen: als Verwalter derSozialbehörde, als Kassier der Stiftung Pro Schwanden und Umgebung sowie(immer noch) als Verwalter der Bürgerlichen Hilfsstiftung.
Seit Januar 2012 ist er zudem Präsident der reformierten KirchgemeindeSchwanden. «Es reizte mich, Ideen einzubringen, um das bereits attraktiveAngebot weiterzuentwickeln und das ‚gemeinsame Erleben’ ins Zentrum zustellen», sagt er zur Motivation, dieses zeitintensive Amt zu übernehmen.Wichtig sei ihm, «ein modernes Bild unserer Kirche zu vermitteln, ohne zuvergessen, was der christliche Gedanke zum Wohlstand unserer Gesellschaftbeigetragen hat».
Im Dezember 2009 heiratete er seine Frau Conny. Die beiden leben seit fünfJahren im 1545 erbauten Hoschet-Haus. Dieses gehört Hansheinrich Hefti undseinen zwei älteren Brüdern. Von 1991 bis 1994 haben sie es unter Begleitungder eidgenössischen und kantonalen Denkmalpflege restauriert. Entstanden sindfünf Wohnungen, die den Geist der Erbauungszeit hervorragend mit den heutigenAnsprüchen kombinieren.

Persönliches

Vorname, Name

Hansheinrich Hefti

 

Alter, Sternzeichen

55, Zwilling

 

Wohnort

Schwanden

 

Beruf

Buchhalter mit eidg. Fachausweis

 

Interessen und Hobbys

Reisen, Musik, Kultur, Geschichte, Wandern, Wein

 

Liebster Ort im Kanton und in der Welt

Leuggelen und Leuchtturm Cape Point bei Kapstadt

 

Lieblingsessen

Kurzgebratenes Fleisch, zum Beispiel Rib-Eye-Steak, mit Gemüse

 

Lieblingsmusik

Pink Floyd, Roger Waters

 

Grösstes Anliegen

Unsere Gesellschaft sollte den Wert des christlichen Gedankenguts erkennen und wieder lernen, dazu zu stehen.

 

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