Geschichte

Das Glarner Wappen zeigt den heiligen Fridolin mit Wanderstab und Bibel. Fridolin soll Anfang des 6. Jahrhunderts gelebt und viele Menschen im Glarnerland zum Christentum bekehrt haben. Die Sage erzählt, der reiche Ursus habe Fridolin auf dem Sterbebett einen Teil des Glarnerlandes vermacht. Als sich Ursus’ Bruder Landolf mit ihm um das Erbe stritt, bat Fridolin den toten Ursus um Hilfe. Als dieser vor dem Richter erschien, erschrak Landolf so heftig, dass er Fridolin auch sein Erbe überliess.

Das Glarnerland ist reich an Sagen, Legenden, Geschichten und Geschichte. Das sind einige der wichtigsten Stationen der Kantonsgeschichte:

  • 1352: Die Glarner schliessen sich der Eidgenossenschaft an.
  • 1388: Am 9. April befreien sich die Glarner für immer von der habsburgischen Herrschaft. Die Schlacht bei Näfels ist die letzte Schlacht im Konflikt zwischen Eidgenossen und Habsburgern.
  • Um 1740: Landmajor Fridolin Streiff baut am Oberdorfbach in Glarus die erste Zeugdruckerei für den Baumwolldruck.
  • 1799: Fremde Armeen kämpfen im Glarnerland. Die Franzosen schlagen die Russen unter General Suworov, die sich über den verschneiten Panixerpass zurückziehen.
  • 1864: Das Fabrikgesetz behebt soziale Missstände. Die tägliche Arbeitszeit wird auf 12 Stunden beschränkt, Nacht- und Kinderarbeit werden verboten, Wöchnerinnen werden geschützt.
  • Um 1865: Die Textilindustrie löst das «glarnerische Wirtschaftswunder» aus. Auf dem Höhepunkt des Booms arbeiten 6000 Menschen in den Fabriken und Webereien. Viele von ihnen verlieren mit dem Niedergang der Textilindustrie Ende des 19. Jahrhunderts ihre Arbeit und wandern aus.
  • 1968 bis 1972: Die Glarnerinnen erhalten das partielle Stimmrecht. 1972 nehmen die ersten Frauen gleichberechtigt an der Landsgemeinde teil.
  • 2006: Die Landsgemeinde beschliesst die Gemeindestrukturreform. Aus 25 Gemeinden werden drei Einheitsgemeinden. Am 1. Januar 2011 wird die Reform endgültig umgesetzt.