Interview

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Unterstützung vom Steinbock

Die Stiftung Steinbock spricht Gelder ?für Sozial- und Bildungsprojekte.

Von Tina Wintle

Im Kanton Glarus gibt es zahlreiche Stiftungen, die finanzielle Mittel verwalten und den Zweck haben, Geld an verschiedene Interessensgruppen oder einzelne Personen auszubezahlen. Was man tun muss, um an einen solchen Betrag zu kommen, ist, ein Vorhaben zu präsentieren, das dem Zweck der Stiftung entspricht. Stiftungszwecke gibt es viele: Das heisst, jede Stiftung verfolgt ein eigenes Unterstützungsziel.
Ein solches Ziel, das die Stiftung Steinbock Glarus unterstützt, ist im sozialen und schulischen Umfeld angesiedelt. Präsidentin dieser Stiftung ist die ehemalige Glarner Gemeindepräsidentin Andrea R. Trümpy, die mit diesem Amt ihr letztes politisches Engagement leistet.

Andrea Trümpy, wer ist berechtigt, bei der Stiftung Steinbock um einen Unterstützungsbeitrag anzufragen?
Das sind junge Menschen, die beispielsweise eine Zusatzausbildung vorhaben und denen nachweislich die finanziellen Mittel dazu fehlen. Es müssen Antragssteller sein, die aus dem ehemaligen Gemeindegebiet Glarus stammen, so will es der Stiftungszweck.

Die Stiftung unterstützt nicht nur den Bereich Bildung, sondern auch soziale Projekte. Was ist damit gemeint?
Wir haben beispielsweise die Spielgruppe Bürzelbaum in Glarus bei der Ausstattung des neuen Spielplatzes oder nun auch die Kinderkrippe Glarus finanziell unterstützt. Hilfe gab es auch für ein Projekt der Kantonsschule Glarus, welches wir finanziell unterstützten.

Wie ist die Stiftung Steinbock ursprünglich entstanden?
Der Waisenfonds war der Grundstein der heutigen Stiftung Steinbock, die es unter diesem Namen erst seit Ende 2010 gibt. Der Waisenfonds hatte den Zweck, den Waisenhaus-Betrieb aufrechtzuerhalten und wurde aus Steuergeldern geäufnet. Es steht bei dieser Stiftung also keine Privatperson hinter dem Stiftungsvermögen.

Es sind «nur» die Zinsen dieses Stiftungsvermögens, die an ausgewählte Projekte gesprochen werden dürfen?
Ja, es handelt sich um den Zinsertrag. Es sind beschränkte finanzielle Mittel, die wir zur Verfügung stellen können.

Trotzdem: Nur schon 1000 Franken haben oder nicht haben: Es lohnt sich, bei den Stiftungen anzufragen, oder?
Ja, auf alle Fälle. In der Regel unterstützen wir pro Jahr drei bis vier Projekte oder Einzelpersonen. Es kommt auch vor, dass wir eine Person, die beispielsweise eine Weiterbildung macht, während drei bis vier Jahren finanziell unterstützen.

Wer muss bei Ihnen nicht anfragen, das heisst, wer bekommt von der Stiftung Steinbock kein Geld?
Wir können keine Gelder sprechen für Firmengründungen oder Start-up-Unternehmen. Das entspricht nicht dem Stiftungszweck, ist also weder sozial noch schulisch ausgerichtet. Auch Sportanlässe können wir nicht unterstützen. Ebenfalls können keine ausserkantonalen Projekte sowie Personen, die kein Bürgerrecht in Glarus haben, berücksichtigt werden.

Sind diese Stiftungszwecke nicht ein wenig eng ausgelegt?
Das ist tatsächlich ein Problem. Vermutlich bleiben viele Stiftungen regelrecht auf ihrem Geld sitzen, weil mögliche Geldnehmer den Stiftungszweck gar nicht mehr erfüllen können. Es ist aber sehr schwierig, im Nachhinein Stiftungszwecke abzuändern. Verständlicherweise, da die Stiftungen bei ihrer Gründung kein Interesse hatten, dass der Wirkungskreis grosszügig ausgelegt werden kann.
Es gibt beispielsweise eine kirchliche Stiftung, die hat den Zweck, «minderbemittelte reformierte Pfarrerssöhne» zu unterstützen. Solche wird es heutzutage wohl eher nicht mehr viele geben.

Stiftungen und ihre Zwecke sind generell zu wenig bekannt. Auch die Stiftung Steinbock hat Luft nach oben?
Ja. Wir haben uns vorgenommen, die Stiftung Steinbock bekannter zu machen, mit diesem Interview oder aber auch mit gedruckten Flyern. Speziell wollen wir auch Jugendliche direkt anfragen, die Unterstützungsgelder beantragen möchten. Menschen, die also ein schulisches oder soziales Projekt vorhaben, dürfen sich gerne melden.

Stiftung Steinbock Glarus, weitere Informationen bei Andrea R. Trümpy, 055 640 19 36. Weitere Informationen zu Stiftungen im Kanton Glarus bei der Stiftungsaufsicht des Kantons Glarus.


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